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Ein vermeintlicher Unterstützer der Kampagne legte mir während der Arbeit an diesem Buch nahe, daß ich sicherer und länger leben würde, wenn ich auf dessen Veröffentlichung verzichtete. Er empfahl mir außerdem, mich öffentlich für die Interessen der Tabakindustrie auszusprechen. Im Gegenzug würde mir die Tabakindustrie zu Erfolg bei anderen Publikationen und einem gehobenen Einkommen verhelfen.

Sie sehen, wie ich mich entschieden habe. Zwar gab es zahlreiche Schwierigkeiten, die zur Verzögerung bei der Fertigstellung führten, aber nicht zur Verhinderung der Herausgabe dieses Werkes. Im Verlaufe meiner schon seit vielen Jahren geführten KAMPAGNE FÜR DIE RECHTE DER NICHTRAUCHER habe ich gelernt, oder besser gesagt, lernen müssen, mit Widrigkeiten vielerlei Art umzugehen. Es ist jedoch gerade dann, wenn die Hindernisse unüberwindbar erscheinen wichtig, an einem Ziel, was als gut und richtig befunden wird, innerlich festzuhalten. Mehr über die Widerstände, die sich entgegenstellten, finden Sie im Kapitel „Raucherterror“.

Warum ein Buch über Nichtraucherrechte? Sollen Nichtraucher etwa irgend welche Sonderrechte genießen? Nein, die speziell in Deutschland noch übliche Entrechtung der Menschen gegenüber den Nikotinikern muß endlich überwunden werden. Passivrauchen schädigt die Gesundheit, und zwar erheblich. Wir alle haben das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, dieses wird aber bislang von Rauchern gegenüber Nichtrauchern und Kindern gewohnheitsmäßig verletzt, und zwar ohne daß die Nikotiniker dafür strafrechtlich oder zivilrechtlich gemäß der geltenden Gesetze (§ 223 Strafgesetzbuch [StGB], § 847* Bürgerliches Gesetzbuch [BGB] u. a.) zur Verantwortung gezogen würden.

Die bisherige Diskussion zum Thema Tabak war geprägt von einer raucherhofierenden Grundhaltung. Es ging immer nur darum, was man dem Nikotiniker zumuten könne und was nicht, und alles lief darauf hinaus, das Verharren in der Sucht so angenehm wie irgend möglich zu gestalten. Wie es dem Zwangsberäucherten ging spielte dagegen keine Rolle. Das ist allerdings wiederum typisch für unsere raucherzentrierte Gesellschaft: Um die Passivrauchopfer kümmert sich kaum jemand, insbesondere nicht von staatlicher Seite. Eine nennenswerte Entschädigung für aufgezwungenes Passivrauchen hat es hierzulande bislang nicht gegeben.

Dieses Buch rückt nun ganz bewußt die Passivrauchopfer in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und konfrontiert mit Aussagen, die an Deutlichkeit hoffentlich nichts zu wünschen übriglassen. Die extremen ökologischen und sozialen Schäden des Rauchens sowie das Leid der Passivrauchgeschädigten wurden in Deutschland bislang von nahezu allen Medien und Verlagen totgeschwiegen. Das ist sicher kein Zufall. Ich warte jedoch nicht, bis die Massenmedien ihr vorsätzliches Schweigen durchbrechen, sondern veröffentliche hiermit, was diese Ihnen lange Zeit mit ihrer Desinformationsstrategie gezielt vorenthalten haben.

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*Dieser Paragraph ist inzwischen aus dem BGB entfallen. Adequat kann hier jedoch der § 253, Abs. 2 angewendet werden.